Dienstag, 26. Juni 2012

It´s gonna be wild it´s gonna be great – und wie es wirklich war

Unser dreiwöchiger Moldawien Einsatz ist rum und wir sind verändert zurückgekehrt. Ich persönlich hab noch nicht zu hundert Prozent reflektiert, was diese Zeit bei mir alles bewegt, angerührt und verändert hat. Wir haben während des Einsatzes oft das Lied „Come away“ von Jesus Culture gesungen und immer wieder hat mich die Textzeile „it´s gonna be great it´s gonna be wild it´s gonna be full of me“ neu aufgerüttelt und ich hab mein ganzes Bewusstsein darauf ausgerichtet wirklich alles von Gott zu erwarten. Dass er den Tag plant, wo in der moldauischen Kultur lange nicht Planung sondern absolute Flexibilität Tagesmotto ist. In mir war oft dieses Gefühl, dass wir dort in diesen armen Dörfern viel schaffen können und deshalb entstand in mir öfters Druck wenn es mal keine Planung gab und wir einfach nur in der Hitze rum saßen und auf die nächste Mahlzeit warteten. Genau an dieser Stelle habe ich so viel gelernt. Vielleicht will Gott gar nicht, dass wir uns endlos abrackern und endlos rausgeben und unterstützen. In Moldawien habe ich gemerkt, wie Gott uns genügend Zeit zum Ausruhen, Nachdenken und Besprechungen im Team geschenkt hat. Und wo wir ungeduldig waren hat er es öfters sichtbar gut gefügt. Und es war ganz anders als gedacht. Wir waren nicht die großen Missionare denen eine entsprechend große Erwartung entgegengebracht wird. Es war angenehm menschlich, persönlich und ja sehr great. Es war genau richtig. Gott hat uns nicht über- und nicht unterfordert.

In Moldawien hab ich oft darüber nachgedacht, ob mich dieses Leben dort erfüllen würde. Ich habe die alten ( aus meiner Sicht ), einsamen Menschen beobachtet und die jungen und versucht zu erkennen, ob sie glücklich sind. Kann ich ihnen irgendwie Hoffnung machen. Kann ich ihnen mein deutsches, glitzerndes Leben und praktische und für mich offensichtliche Verbesserungsvorschläge für ihr Leben anbieten? Oder sind sie sogar besser dran als wir? Würde mich ihr Leben denn erfüllen? Das war eine schwere Frage, weil eigentlich alle Dinge, die mir dann fehlen würden, Abhängigkeiten sind, auf die ich nicht stolz bin. Dinge von denen man genau weiß, dass sie schnell zum„Gott“, zur Priorität werden und unsere Zeit, Gefühle und Handlungen stark beeinflussen. Ich habe mich dort freier gefühlt und wenn ich unerfüllt war, dann war Gott oft der Erste, den ich suchte um die Lebensfreude wieder zu bekommen. Das war eine gute Erfahrung. Zurück in Deutschland war es wie ein Schlag ins Gesicht, die deutsche Mentalität im Kontrast zur moldauischen zu spüren. Der Perfektionismus und die Kälte dieser vergleichsweise sterilen und anonymen Flughafenwelt, hat geschmerzt. Ja und jetzt bin ich dabei dieses Kunststück ein zu üben: Hier in meiner Gruppe und bei der Arbeit alles -wirklich alles von Gott zu erwarten und stärker darauf zu achten welchen Druck und welche Abhängigkeiten man sich bewusst machen und vermeiden sollte.
Der Einsatz in Moldawien war ein Geschenk voll Abenteuer, Herausforderung, Lehre, aufrüttelnden und provozierenden Ereignissen und Gottes Führung, die immer wieder stückweise zu spüren war!

Mari – die krasse

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